FiestaRacer.de  -  Ford Young- und Oldtimer Fanpage  -  Aufbau meines Fiesta Mk1

          

Aufbau meines Ford Fiesta Mk1 1100S von 1981 "der Stinker"  

 

 

Der selten gewordene Millionenseller ist mittlerweile "automobiles Kulturgut". Von 1976 - 1983 gebaut, haben mittlerweile auch die letzen vom Band gelaufenen Fiestas der ersten Serie Oldtimerstatus.

Aber warum so ein altes Auto fahren, wo es doch so schöne neue gibt?  -  weil es gut fürs Ego und für die Seele ist! 

Wer will schon ein neues, langweiliges, im Windkanal geformtes Fahrzeug bewegen, was es Zuhauf an jeder Ecke gibt und genauso aussieht wie alle anderen? Richtig genial wird es doch erst mit einem  dackeldurchfallfarbenen Young- oder Oldtimer mit grasgrünen Kunstledersitzen aus Daddys Zeit mit Häkelkissen und Wackeldackel auf der Hutablage, was wohltuend aus dem mobilen Einheitsbrei raus sticht.

Young- und Oldtimer künden von einer Zeit, in der alles wesentlich besser war - oder uns aus dem 70/80er Jahrgang zumindest so scheint. Als drei Fernsehsender mit schwarzweißen Bild, um mit den Eltern auf der blumig-grünen Velourscouch "Dalli Dalli" zu schauen noch ausreichend waren. Worte wie "gutbürgerlich" und "auf die schiefe Bahn geraten" noch zum Alltagswortschatz gehörten, Tapeten ungestraft große Blumenmuster in schreienden Farben tragen durften und Papi Schlaghosen aus Cord. Heutzutage einen Youngtimer zu fahren ist auch eine Art Einstellungssache. Ein Auto aus der Zeit fahren, als einen die Technik noch nicht bevormundete und man Lampen noch selbst tauschen konnte, ohne in die Werkstatt zu fahren. Puristischen Motorsound und hakelige Schaltung, überschaubare Technik anstatt OBD2 sowie den direkten Kontakt zur Fahrbahn ohne Servolenkung erleben. Das ist Fahrspaß pur.

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Alles begann am 06.08.2005, neee, eigentlich schon die Woche vorher. Ich las mal wieder Interesse halber die Annoncen bei den bekannten Online-Autoportalen durch, als ich auf einen wahnsinnig toll aussehenden Fiesta stieß. Der Wagen ließ mit den ganzen Tag keine Ruhe. So lange, bis mich meine Freundin dazu drängte, den Besitzer doch mal telefonisch zu kontaktieren. Wir machten den Deal am Telefon perfekt. Am 06.08.05 machten wir dann eine Spritztour ins ca. 500 km entfernte Walsrode, wo wir den kleinen dann auch abholten. Der Wagen absolvierte die 500 km Autobahn bis auf eine defekte Batterie absolut Problemlos. Beim abstellen des Fiesta musste dieser wieder fremd gestartet werden. Abhilfe schaffte ein neuer Akku. Es war eigentlich immer ganz witzig, den nervösen Tankstellenmenschen zuzuschauen, wie sie den Fiesta beäugten, der  mit laufenden Motor an der Zapfsäule stand. Denn abstellen hätte wieder fremdstarten bedeutet. Der Wagen sollte, da es noch Sommer und trocken war, erst mal im elterlichen Hof abgestellt werden. Dies war eine erste Notlösung, bis eine entsprechende "Bastlergarage" angemietet werden konnte.  Erste Begutachtungen von Bekannten und Ford-Freunden waren ernüchternd. Von "der ist ja ein Unfallwagen" bis "bring den zum Schrott" war alles dabei. Aber der Spaß sollte erst beginnen und den Zweiflern gezeigt werden, was ein echter Ford ist....

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Da der Wagen einen 1,3er Motor aus dem Fiesta Mk III (GFJ) besitzt, wurde ein Kaltlaufregler verbaut, so dass der Wagen jetzt die Schadstoffstufe Euro 2 hat. Der Wagen wurde vorerst im elterlichen Hof untergestellt, um kleinere Arbeiten zu erledigen. Einige Verschleißteile wurden während dieser Zeit erneuert. Der Wagen wurde grob auseinander genommen, um eine Übersicht über die anfallenden Arbeiten zu bekommen. Bei genauer Betrachtung nach dem Auseinanderbau des Fiestas fielen einem dann hier und da einige Roststellen und Schwachpunkte auf, die beseitigt werden mussten.  Eines sollte hier auch erwähnt werden. Es sollte an diesem Wagen nie eine komplette Restaurierung stattfinden. Hierzu fehlten von Anfang an die Mittel. Der Wagen sollte mit minimalen Mitteln und  möglichen Arbeitsaufwand erhalten werden.  Der kleine Wagen sollte als "Spaßauto" dienen und nicht als vollwertige Restauration. Daher wird der Wagen leider allzu oft von "Originalfetischisten" etwas schief beäugt.

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Nachdem der Wagen allgemein gesichtet war, und die Zweifler langsam wieder zur Ruhe kamen, ging es ans eingemachte.  Wagen aufbocken und den Unterboden freilegen. Dort gab es so einiges an Arbeit.  Die Roststellen, ob Flugrost oder festsitzender Rost wurden geschliffen und beseitigt. Hier kamen einige kleine Löcher zutage. Dort war wahrscheinlich die Blechmaus sehr hungrig. Teile, die nur vom Flugrost befallen waren, konnten gleich nach dem abschleifen mit Grundierung und Farbe versiegelt werden, um weiteren Rost an diesen Stellen vorzubeugen.

     

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Dann wurden alle weiteren Teile freigelegt, damit der Wagen bei einem Freund geschweißt werden konnte. Es wurden die rostigen Bleche herausgeflext und neue Bleche eingeschweißt. Der Kofferraum und die Bodenbleche von Fahrer und Beifahrer waren am stärksten korrodiert. Anschließend wurde das ganze dann mit Rostschutz grundiert und mit Unterbodenschutz lackiert. Wohl dem, der eine Hebebühne sein eigen nennt. Das ist eine absolut feine Sache und schont die Nerven.  Das der Fiesta vor Regen geschützt werden sollte, suchte ich eine Garage. Der Fiesta hielt Einzug in eine trockene, angemietete Garage. Diese befand sich unterhalb eines gutsituierten Mehrfamilienhauses. Die Bewohner fanden meine Arbeit leider so gar nicht lustig, oder den Fiesta erhaltenswert. Dort musste ich mir dann anhören, das es sich um eine Garage und keinen Schrottplatz handelt. Soviel zum Thema Freude am schrauben.

     

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Es wurden noch die Manschetten erneuert. Bremsbeläge und Scheiben erneuert.  Neue Stoßdämpfer hielten Einzug. Jetzt ging es an die kleinen, unscheinbaren Dinge. Es folgten einige Probeläufe mit elektrischen Problemen, an der Verkabelung zu den Instrumenten und der Beleuchtungsanlage die jedoch Schritt  für Schritt wieder behoben wurden. Als Winterarbeit folgten die Montage von  Hosenträgergurten und weißen Tachofolien aus England.  Der Wagen wurde wieder komplettiert und dem TÜV vorgeführt. Die Einzelabnahme nach §21 hat der Kleine am 24.03.2006 ohne Mängel bestanden! Die erste große Hürde war genommen. Alle Werte waren in Ordnung und der Prüfer hatte keinen Grund zu meckern.  

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Jetzt war es soweit. Kennzeichen besorgt und angeschraubt. Der Fiesta durfte endlich an einem schönen Frühlingstag aus der Garage rollen und es allen Zweiflern zeigen. Jetzt macht der Kleine Blaue Wagen so richtig Laune. Ein reines Spaßauto eben.




Er fuhr Ford und kam nicht wieder -
Stimmt! Fahrspaß hält bei Ford eben ewig!
Old Skool Baby,
alte Fords sterben nie - sie werden nur noch besser!

 

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